Wenn Angst in die Isolation führt

Eine 28-jährige Klientin kommt in die Praxis und berichtet, dass sie seit Monaten immer wieder unter Angst leide. Sie leidet unter Verlust und Trennungsängsten. Die Klientin berichtet, sie mache sich ständig Sorgen darüber, ob sie nach dem Studium den Job schaffen wird. Oft hat sie Symptome, wie Unruhe, Schweißausbrüche, zittern oder ist schreckhaft. Entspannen könne sie sich kaum noch. In Kürze möchte sie heiraten und ist besorgt, ob sie eine gute Ehefrau und Mutter sein wird. Was wenn ihr Mann verunglückt...? Sie ist ständig von wechselnden Ängsten begleitet, kann deshalb auch kaum noch schlafen. Stress kann sie nicht mehr aushalten. Deshalb zieht sie sich immer mehr zurück. Auch im Studium ist sie kaum mehr in der Lage mit anderen zu kommunizieren oder gar ein Referat zu halten. Zu groß ist die Angst im Mittelpunkt zu stehen oder einen Fehler zu machen und sich zu blamieren.

So kann es nicht weitergehen! Die Klientin entschließt sich, therapeutische Hilfe zu holen. Im Gespräch erfahre ich, dass sie schon immer ängstlich gewesen sei und als Kind auch nie etwas durfte, da ihre Mutter ständig Angst um sie hatte. Alles wurde als potentielle Bedrohung erachtet, Hilflosigkeit frühzeitig erlernt. Der Gedanke, dass Ereignisse generell nicht kontrollierbar sind, hat sich manifestiert und führt heute zu den o.g. Problemen.

Mit kognitiver Verhaltenstherapie wieder Kontrolle erlangen

Kognitive Verhaltenstherapie ist gerade bei Ängsten das bevorzugte und häufig am besten wirksame Therapieverfahren. Ziel ist es, in der Therapie zum Einen herauszufinden, was bzw. welche Gedanken die Ängste auslösen und diese zu hinterfragen. Quasi zu lernen, was Angst ist und was sie auslöst. Zum Anderen aber auch die dazugehörigen Emotionen und Gefühle abzubauen. Denn erst wenn die negative Emotion abgebaut ist, ist gutes kognitives Arbeiten bzw. "klares" Denken möglich. Dafür erlernt die Klientin Techniken, die sie anwenden kann, wenn sie in eine Angstsituation kommt. Dazu gehören z.B.  der X-Prozess oder der Wohlfühlanker. Nach der Therapie sind viele Klienten wieder entspannter und können ihre Ängste kontrollieren und beeinflussen und somit wieder selbst die Kontrolle übernehmen.